Votum für Wittern und Museum ohne Gegenstimmen

Bad Segeberg. Zwei Themen bewegten die Mitglieder auf der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch: das Projekt Kreis- und Stadtmuseum sowie der schwelende Personalkonflikt. Es gab klare Entscheidungen: die Mitglieder votierten jeweils einstimmig ohne Gegenstimmen.

Kreis- und Stadtmuseum

Genosse Asmus Hintz stellte das Projekt Kreis- und Stadtmuseum vor. Die Mitglieder waren sich einig: Wichtige Teile der Bad Segeberger Lokalgeschichte sind heute ohne professionelle Erforschung und Präsentation. Einen Ort hierfür haben die Initiatoren schon in den Blick genommen: das leerstehende Gebäude der ehemaligen Bäckerei Sorgenfrei in der Lübecker Straße, gelegen im Herzen der Stadt. Das Gebäude, welches früher als Palais Wichmann bekannt war, bietet den Rahmen, einen kulturellen Knotenpunkt zu schaffen – Unterstützung ehrenamtlicher Museen im Kreis, Museumspädagogik, wissenschaftliche Arbeit, Dauer- und Sonderausstellungen sowie wechselnde Kulturveranstaltungen. Erste Kostenschätzungen existieren bereits. Einstimmig begrüßten die Mitglieder „das bürgerschaftlich initiierte Projekt“ und wünschen sich, dass „Pläne, Kostenberechnungen, Trägermodellvarianten und Kostenträgerschaften vor einer Teilhabeentscheidung der Stadt öffentlich diskutiert werden können“.

Heinrich Rantzau

Das Museum böte auch einen Ort, die überregional bedeutsame Geschichte Heinrich Rantzaus endlich präsentieren zu können. Sehr aktiv auf diesem Feld ist die Arbeitsstelle Heinrich Rantzau um Joachim Geppert, Manfred Quaatz und Detlef Dreessen, die derzeit auf der Suche nach Fördermittelgebern für ein Stipendium zur Beschäftigung mit Heinrich Rantzau ist. Dazu beschlossen die Genossen auf ihrer letzten Sitzung im Jahre 2019: „Die SPD Bad Segeberg unterstützt die Forderung nach einem Stipendium zur Finanzierung einer Doktorandenstelle zur Forschung zum Thema Heinrich Rantzau, möglichst unter Federführung der Stadt Bad Segeberg.“

Personaldebatte

Rege debattiert wurde in der zweiten Hälfte des Abends über die Vorwürfe, die gegen den Vorsitzenden in der Öffentlichkeit formuliert und in der Versammlung nicht zurückgenommen wurden. Annähernd 20 Mitglieder beteiligten sich an der Debatte mit differenzierten Beiträgen und klaren Worten. Die Genossen traten ein für einen starken Ortsverein mit einem klaren Profil in kommunalen Fragen. Ungefähr 90 Minuten dauerte die Aussprache, dann wurde die gebildete Meinung auf Wunsch der Versammlung in einem Antrag zusammengefasst. Der Wunsch, die beantragte Entscheidung zu vertagen, fand mit neun Ja-, 24-Nein-Stimmen und einer Enthaltung des Vorsitzenden deutlich keine Mehrheit und war damit abgelehnt. Sodann kam es zur offenen Abstimmung in der Sache: Der Antrag (siehe Anlage) wurde einstimmig (24 Ja-Stimmen) beschlossen bei acht Enthaltungen, darunter der Vorsitzende und die Fraktionsmitglieder. Das bereits vor der Versammlung öffentlich angekündigte und terminierte Vermittlungsgespräch hat am Samstagmittag bei verabredeter Vertraulichkeit stattgefunden. Positionen wurden ausgetauscht, verbindliche Absprachen und ein Folgetermin stehen noch aus.

Wir Parteimitglieder sprechen unserem Vorsitzenden Magnus Wittern für die von ihm geleistete Arbeit ausdrücklich unser vollstes Vertrauen aus und weisen die Forderung der Fraktion nach seinem Rücktritt entschieden zurück. Die via Presse lancierte Forderung der Fraktion nach einem Rücktritt des Ortsvereinsvorsitzenden ist in Form und Inhalt unbegründet und deshalb geeignet, das Ansehen des Ortsvereins und auch des Vorsitzenden zu beschädigen. Wir danken Magnus für seine jugendlich frische, ungekünstelte und gleichwohl kenntnisreiche Vertretung der Partei in der Öffentlichkeit. Er geht neue Wege, strahlt dabei Souveränität aus und gewinnt damit Sympathien und Mitglieder. Innerparteilich wirbt er bei Parteiprominenz von Kiel, über Berlin bis Straßburg positiv für unsere SPD Bad Segeberg, wahrt mit Nachdruck die Rechte des Ortsvereins und setzt die beschlossenen Reformen in der Ortsvereinsarbeit endlich in die Praxis um.


Beschluss der Mitgliederversammlung (24 Ja-Stimmen, 8 Enthaltungen, keine Gegenstimmen)